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Archiv der Kategorie Veränderung

Management aus Sicht eines Laien (?)

… Wenn vor drei Millionen Jahren Innovationsmanager über unser Schicksal entschieden hätten, würden wir uns immer noch auf allen Vieren bewegen. Denn die Erfindung des aufrechten Gangs war eine hochriskante Neuerung. Selten kommen radikale Innovationen von etablierten Marktführern, meist stammen sie von Außenseitern und Freaks, bei denen kein Direktor Zirkus macht und die Peitsche schwingt. Der erste Web-Browser kam nicht von Microsoft, die erste Suchmaschine nicht von der Telekom, der erste mp3-Player nicht von Sony.

Eine Einsicht, die auch von vielen Managern konsequent ignoriert wird. Kein Wunder, denn das Wort “Management” stammt ursprünglich vom italienischen Begriff maneggio und dem französischen manège ab. Beides bezeichnet die Trainingsarena, in der Pferde lernen, im Kreis zu laufen, während sie der Trainer mit einer Peitsche dirigiert. Was aber passiert, wenn die Pferde irgendwann einmal lernen, alleine im Kreis zu laufen? Was, wenn es die Pferde ohne diesen Mann mit dunklem Maßanzug und Peitsche sogar besser können? Oder wenn die Pferde plötzlich herausbekommen, dass es wesentlich sinnvollere Dinge gibt, als weiter im Kreis herumzulaufen?

Dennoch denkt der Großteil der Führungselite weiterhin in Dreimonatszyklen, perfektioniert das Bestehende und lehnt Neues, Unplanbares ab. Heutzutage würden Controller mit allen Mitteln verhindern, dass sich Kolumbus auf den Weg machte. Und wenn er dann zurückkäme, würde ihn die Geschäftsführung feuern, weil er statt einem Seeweg nach Indien nur Amerika entdeckt hat….

Auszug aus: Vince Ebert in Frankfurter Rundschau 05.07.2010. Ohne Plan zum Erfolg.

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Wie weit reicht Ihre Flugplanung?

Im Gespräch teilte mir gestern ein Geschäftsführer eines mittleren Unternehmens mit, wie sein Tagesablauf aussieht: in der 1. Schicht des Tages unterstützt er seine Mitarbeiter und wenn diese Feierabend machen, beginnt er mit seiner 2. Schicht und arbeitet an seinen Schreibtischeingängen. Zum Nachdenken würde er gar nicht mehr kommen. Auf meine Frage, ob diese Art zu arbeiten für ihn okay wäre, schaute er sehr unglücklich. Er meinte: “es geht wohl nicht anders.”

Ich denke, dass die meisten von uns dieses Gefühl kennen: Wir sind dann rein reaktiv unterwegs und bewegen uns aufgrund externer Impulse. Wir steuern uns nicht mehr selbst. Auf Dauer zahle ich dafür einen hohen Preis.

  • Ich selbst werde unzufrieden,
  • meine Kunden müssen mir hinterher laufen, da ich mich nur noch um Notfälle kümmern kann,
  • meine Mitarbeiter denken: “der oder die hat ja keinen Plan” und
  • das Privatleben leidet dann natürlich auch.

Für Piloten ist ein rein reaktives Verhalten lebensbedrohlich. Sie haben einen Ausdruck dafür gefunden, der sehr bildhaft sagt, was gemeint ist: Ein Pilot fliegt dann “seinem Flugzeug hinterher”. Deshalb werden vor dem Flug Flugpläne erstellt und ohne Briefing wird nicht geflogen.

Wie weit reicht Ihre Flugplanung? Wo geht Ihre Reise hin? Wissen Sie, was, wo und mit wem Sie in 5 oder 10 Jahren Erfolg haben wollen? Haben Sie ein Bild vor Augen, was über Sie oder über Ihr Unternehmen in der Zeitung stehen wird?

Sinn und Unsinn von Best-Practice

Ergänzung am 29.04.10:
Die Benchmarking-Falle - Warum ganze Branchen in der Eintönigkeit versinken DIE WELT, April 2010

Geschrieben am 06.04.10:
… Der universelle Rat auf die meisten Probleme heißt Best-Practice und Benchmarking. Wer im Vergleich mit anderen Unternehmen schlecht abschneidet, sollte Best-Practice Lösungen einsetzen. So das Mantra der Branche.

Eine Best-Practice Lösung ist eine Sammlung von Prinzipien und Prozessen. Zum Beispiel wie ein Kunde von Vertrieb und Marketing umsorgt werden soll. In der IT-Branche würde so etwas als Standard-Software bezeichnet und wir wären uns sofort darüber im Klaren, dass das nicht für jeden etwas ist.

Natürlich stehen wir im Wettbewerb mit anderen Anbietern. Aber selten kommt ein Sportler übers Mittelmaß hinaus, wenn er sich immer nur mit anderen vergleicht.

Mit anderen Worten: Es gibt keine Grenze nach oben und wir werden uns auch nie zufrieden zurücklehnen, nur weil wir im Benchmark gerade vor der Konkurrenz liegen.

Was hat das Ganze mit Entscheidungen zu tun? Ein Benchmark ist ein Entscheidungsverfahren, in dem andere die Regeln vorgeben. Dessen Entscheidungskriterien bilden nicht unser eigenes Ziel ab, sondern ein Mittelmaß, das unserem Unternehmen seine Existenzberechtigung nimmt.

Überlegen wir doch einmal. Was würde passieren, wenn alle Unternehmen auf die gleiche Weise funktionieren würden? Welche Existenzberechtigung hätte das einzelne Unternehmen dann noch? Keine! Denn der Markt fragt immer nach dem Mehrwert. Und der ist in diesem Fall nicht existent.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: Entscheiderblog » Blog Archive » Sinn und Unsinn von Best-Practice

Provisionsverbot: Wege aus der Führungsmisere im Vertrieb

Stephan Heinrich begründet im CEBIT Studio Mittelstand, warum er Provisionen für schädlich hält. Bis zum 16. April ist der interessante 20-minütige Vortrag kostenfrei abrufbar.

Link zur Sendung

einfach mal die Perspektive wechseln

Vielleicht kennen Sie das Gefühl. Wir sind wegen irgendwas frustriert und beißen uns dann immer weiter fest: “Ich habe doch alles getan! Warum kauft der Kunde immer noch nicht!”. Dann kann es sehr wohltuend sein, einfach mal die Perspektive zu wechseln. Viele von uns nutzen dann “ihren gesunden Menschenverstand” und

  • schlafen eine Nacht drüber,
  • machen erstmal was anderes oder
  • rufen einen Freund an, um dessen Meinung zu hören.

Manchmal ist dann ein Problem gar kein Problem mehr. Es drückt uns nicht mehr so stark, es hat sich eine neue Alternative aufgetan oder die Situation hat auch positive Seiten, die wir bisher übersehen haben. Im Amerikanischen sind wir dann “out of the box” oder ein Coach spricht von einem “gelungenen Reframing”.

Dem einen gelingt es vielleicht besser als dem anderen. Ich finde es gut, dass wir dabei nicht auf eine Naturbegabung angewiesen sind, sondern diese Perspektivwechsel auf Basis unserer Stärken trainieren können.

Just in time Perspektivwechsel sind oft auch die Basis für gelungene Schlagfertigkeit. Hier ein kleines Beispiel:

Alle Völkchen waren glücklich.
Der Berliner sagte: “Icke hab nenn wahnsinns Dialekt, wa?”
Der Hanseate sagte: “Moin Dialekt ist dufte, ne!” Der Kölner sagte: “Hey, du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval!”
Der Hesse sagte: “Babbel net, di Hessa babbeln des best Hochdeutsch!”
Der Sachse sagte: “Ja nu freilisch is äs Sächsisch klosse!”
Nur für den Schwaben war kein Dialekt übrig.
Da wurde der Schwabe traurig…
“Jetzt habe ich gar keinen Dialekt bekommen”
Da sagte Gott: “Macht nix Kerle, no schwädschst halt so wia i” .

Welche Geschichten wird man über Sie erzählen?

adam-forster.jpgSpannende Lebensläufe hat es schon immer gegeben und globale Lebensläufe mit verschiedenen Identitäten sind keine Erfindung der Neuzeit. Mich interessieren besonders die Geschichten zwischen den Lebensstationen und welche Ursachen und Motive den Lebenslauf bestimmen. Und wenn ich “Lebenslauf” schreibe, meine ich auch “Lebenslauf” und nicht “Arbeitslauf”, den wir häufig fälschlicherweise Lebenslauf nennen, obwohl hier meistens nur die beruflichen Stationen enthalten sind.

Adam Forster hat keine Weltgeschichte geschrieben, er hat nichts erfunden und war keine Berühmtheit. Die kurze Beschreibung über ihn finde ich nicht nur spannend, weil Adam Forster ein entfernter Verwandter von mir war, sondern gerade wegen der Details, die zwischen den Zeilen stehen. Ich kann eine zielorientierte Persönlichkeit mit einem Hobby, das schon meditativen Charakter hat, auf der Suche nach Anerkennung mit preußischen Tugenden erkennen. War er ein unruhiger Geist, der nicht alles so akzeptierte, wie es war?

  • Adam Forster wurde als Carl August von Wiarda am 05.04.1848 in Emden geboren. Er war der fünfte Sohn von Christian Heinrich Wiarda, der einerseits Obergerichtsdirektor in Aurich und andererseits ein vollendeter Portraitmaler war.
  • Carl ging zur Militärschule, studierte Medizin und wurde Offizier bei den Preußen. In dieser Zeit wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Nach seiner Verabschiedung emigrierte er nach Südafrika und heiratete die Tochter des Lord Mayor of Port Elizabeth.
  • Von Südafrika aus emigrierte er nach Australien und änderte seinen deutschen Namen Carl August von Wiarda in Adam Forster, um in der englischen Kolonie besser akzeptiert zu werden.
  • Mit 49 Jahren wurde er Registrator der pharmazeutischen Vereinigung von Australien. Hier arbeitete er 23 Jahre bis zu seinem Ruhestand.
  • Sein großes Interesse an den Pflanzen seines neuen Heimatlandes verbunden mit seinem ererbten zeichnerischen Talent waren die Basis für sein Ziel, 1000 Wildblumen zeichnerisch darzustellen.
  • Er schaffte 248 Zeichnungen in 8 Jahren bis er 1928 an einem Herzanfall starb. Der Verlag, der ihn beauftragt hatte, stellte die Zeichnung nun erst einmal für 10 Jahre ins Regal. Erst der Enkel des ursprünglichen Auftraggebers engagierte Thistle Yolette Harris als Texterin und stellte das Buch mit den vorhandenen Zeichnungen fertig. Es hat den Titel „Wild Flowers of Australia“.

yellow-paper-daisy.jpg
Heute wird sein Erbe vom Council of Heads of Australasian Herbaria und natürlich von seiner Familie, den Forsters und den Wiardas, gepflegt.

kleine Motivationshilfe

Von Natur aus liebe ich nicht gerade Risiken oder Abenteuer. Nun gibt es ab und zu für mich zu klären, ob ich wirklich das Materielle / Sichere brauche oder ob ich mich traue, das Neue mit unbekannten Chancen zu wählen.

Und hier ist die Frage:

“Einen neuen Wagen oder Neues wagen?”


Ein Appell für Denktage zwischen den Monaten

Wie ist es Ihnen “zwischen den Jahren” ergangen? Ich konnte folgende Beschreibung super nachvollziehen:
Neue Zeitdimension für 2010: Zwischenzeiten für gute Vorsätze « Südniedersachsens Beratungs-Blog

Beobachtung von Veränderungen

Ab und zu komme ich auch in Stuttgart-Degerloch-Mohringen-Fasanenhof vorbei. Ich habe hier über 5 Jahre gearbeitet und gelebt und bin heute immer wieder bei Geschäftspartnern und Freunden. Gestern abend bin ich wieder durchgefahren und natürlich schaue ich gerne links und rechts, was sich so verändert hat. Beim Bäcker dort an der Ecke habe ich oft Butterbrezen gekauft, auch den Matratzenladen und den Metzger (Maultaschen) kenne ich gut.

Nur die Leuchtschriften an den Bürogebäuden haben sich verändert. Dort hängen neue Namen - und zwar immer wieder neue Namen - sozusagen Company rotation.

Wie und von wem wird hinter diesen Glasfassaden bei so häufigen Identitätswechseln an Themen wie Kundenorientierung, Beziehungsaufbau, Empfehlungsmarketing usw. gearbeitet?

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