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Archiv der Kategorie Humor
Berufstätige als Kunden
2.9.2011 von Meike Wiarda.
Viele Menschen verfügen kaum noch über Zeit, die nicht verplant, festgelegt, zweckbestimmt und begrenzt ist. Freie Zeit-Slots im eigentlichen Sinne gibt es nicht mehr. Berufstätige achten bei Produkten und Dienstleistungen natürlich auch auf Qualität und Preis eines Angebotes, folgende Faktoren werden aber immer mehr zur KO-Kriterien.
“Nerv’ mich nicht!”
Der einkaufende Mensch - ob für sich selbst oder für die Firma - will nicht genervt werden. Wenn er Fragen beantworten soll, tut er das nur dann gerne, wenn er spürt, dass seine Antworten für SEINEN Kauf wichtig sind. Webseiten, bei denen man sich erst durch ein “Wie alt” “Wo wohnen Sie” “Wer hat empfohlen” hangeln muss, bevor man an das Produkt herankommt, nerven. Bei der Platzplanung für ein neues Badezimmer kann die Frage “Brauchen Sie auch Platz für Ihre Tampons?” vom Kunden als hilfreich empfunden werden, obwohl die Frage an sich viel intimer ist.
“Stiehl mir keine Zeit!”
- Hinhalten “Wir können Ihre Reklamation erst bearbeiten, wenn Sie uns die Seriennummer Ihres Gerätes nennen.”,
- Unpünktlichkeit “Wir liefern ungefähr am Freitag.” und
- Warteschlangen an Kassen und Schaltern
werden als Freiheitsberaubung empfunden.
“Versteh’ mich!”
Kunden brauchen das Gefühl, dass sie als Person gesehen und geschätzt werden. Wenn sie das Gefühl bekommen, sie sind nur Portemonaise-Träger oder Budget-Unterschreiber, werden sie keine Freude beim Kaufen oder Bestellen haben. Mit
- Ernstnehmen bei Reklamationen,
- augenzwinkerndem (nicht sarkastischem) Humor,
- Kundenbesuchen nicht nur zum Auftrag-Abholen und einer
- persönlichen Erinnerung an Wartungstermine
erreichen Sie, dass der Kunde wiederkommt. Außerdem wird er Sie empfehlen.
Achten Sie einmal selbst auf Ihr Kaufverhalten als Verbraucher oder beim Geldausgeben für Ihre Firma. Welche Punkte sind für Sie wichtig?
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Management aus Sicht eines Laien (?)
3.8.2011 von Meike Wiarda.
… Wenn vor drei Millionen Jahren Innovationsmanager über unser Schicksal entschieden hätten, würden wir uns immer noch auf allen Vieren bewegen. Denn die Erfindung des aufrechten Gangs war eine hochriskante Neuerung. Selten kommen radikale Innovationen von etablierten Marktführern, meist stammen sie von Außenseitern und Freaks, bei denen kein Direktor Zirkus macht und die Peitsche schwingt. Der erste Web-Browser kam nicht von Microsoft, die erste Suchmaschine nicht von der Telekom, der erste mp3-Player nicht von Sony.
Eine Einsicht, die auch von vielen Managern konsequent ignoriert wird. Kein Wunder, denn das Wort “Management” stammt ursprünglich vom italienischen Begriff maneggio und dem französischen manège ab. Beides bezeichnet die Trainingsarena, in der Pferde lernen, im Kreis zu laufen, während sie der Trainer mit einer Peitsche dirigiert. Was aber passiert, wenn die Pferde irgendwann einmal lernen, alleine im Kreis zu laufen? Was, wenn es die Pferde ohne diesen Mann mit dunklem Maßanzug und Peitsche sogar besser können? Oder wenn die Pferde plötzlich herausbekommen, dass es wesentlich sinnvollere Dinge gibt, als weiter im Kreis herumzulaufen?
Dennoch denkt der Großteil der Führungselite weiterhin in Dreimonatszyklen, perfektioniert das Bestehende und lehnt Neues, Unplanbares ab. Heutzutage würden Controller mit allen Mitteln verhindern, dass sich Kolumbus auf den Weg machte. Und wenn er dann zurückkäme, würde ihn die Geschäftsführung feuern, weil er statt einem Seeweg nach Indien nur Amerika entdeckt hat….
Auszug aus: Vince Ebert in Frankfurter Rundschau 05.07.2010. Ohne Plan zum Erfolg.
Link zum vollständigen Artikel
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einfach mal die Perspektive wechseln
16.2.2010 von Meike Wiarda.
Vielleicht kennen Sie das Gefühl. Wir sind wegen irgendwas frustriert und beißen uns dann immer weiter fest: “Ich habe doch alles getan! Warum kauft der Kunde immer noch nicht!”. Dann kann es sehr wohltuend sein, einfach mal die Perspektive zu wechseln. Viele von uns nutzen dann “ihren gesunden Menschenverstand” und
- schlafen eine Nacht drüber,
- machen erstmal was anderes oder
- rufen einen Freund an, um dessen Meinung zu hören.
Manchmal ist dann ein Problem gar kein Problem mehr. Es drückt uns nicht mehr so stark, es hat sich eine neue Alternative aufgetan oder die Situation hat auch positive Seiten, die wir bisher übersehen haben. Im Amerikanischen sind wir dann “out of the box” oder ein Coach spricht von einem “gelungenen Reframing”.
Dem einen gelingt es vielleicht besser als dem anderen. Ich finde es gut, dass wir dabei nicht auf eine Naturbegabung angewiesen sind, sondern diese Perspektivwechsel auf Basis unserer Stärken trainieren können.
Just in time Perspektivwechsel sind oft auch die Basis für gelungene Schlagfertigkeit. Hier ein kleines Beispiel:
Alle Völkchen waren glücklich.
Der Berliner sagte: “Icke hab nenn wahnsinns Dialekt, wa?”
Der Hanseate sagte: “Moin Dialekt ist dufte, ne!” Der Kölner sagte: “Hey, du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval!”
Der Hesse sagte: “Babbel net, di Hessa babbeln des best Hochdeutsch!”
Der Sachse sagte: “Ja nu freilisch is äs Sächsisch klosse!”
Nur für den Schwaben war kein Dialekt übrig.
Da wurde der Schwabe traurig…
“Jetzt habe ich gar keinen Dialekt bekommen”
Da sagte Gott: “Macht nix Kerle, no schwädschst halt so wia i” .
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Rezept für das neue Jahr von Goethes Mutter (Katharina Elisabeth Goethe)
31.12.2009 von Meike Wiarda.
Man nehme 12 Monate, putze sie sauber von Neid, Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und zerlege sie in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein Jahr reicht.
Jeder Tag wird einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.
Dann wird die Masse mit sehr viel Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit.
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Suche nach den Schuldigen - nicht nur im Vertrieb
16.4.2008 von Meike Wiarda.
Gedicht von Eugen Roth: Bei der Suche nach den Schuldigen kommt man zur Einsicht.
Ein Mensch beweist uns klipp und klar,
dass er es eigentlich nicht war.
Ein anderer Mensch mit Nachdruck spricht:
Wer es auch sei - ich war es nicht!
Ein dritter läßt uns etwas lesen,
wo drinsteht, dass er’s nicht gewesen.
Ein vierter weist es weit von sich:
Wie? sagt er, was? Am Ende ich?
Ein fünfter überzeugt uns scharf,
Dass man an ihn nicht denken darf.
Ein sechster spielt den Ehrenmann,
der es gewesen nicht sein kann.
Ein siebter..- kurz, wir sehen’s ein:
Kein Mensch will es gewesen sein.
Die Wahrheit ist in diesem Falle:
Mehr oder minder war’n wir’s alle.
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Marktlücke: Haben Sie schon eine Freiraucheinrichtung?
1.4.2008 von Meike Wiarda.
Heute habe ich im Radio gehört, dass Raucher, die im Auto rauchen, ähnlich häufig in Unfälle verwickelt sind wie Mobiltelefonierer ohne Freisprecheinrichtung. Nun, wenn man ohne Freisprecheinrichtung beim Telefonieren erwischt wird, gibt das einen Punkt in Flensburg. Logischerweise ist wohl kurzfristig damit zu rechnen, dass Rauchen im Auto ebenfalls das Punktekonto auffüllen wird. Nun kennen wohl die meisten 1 oder mehrere folgender Szenarien:
- Das eigene Handy ist nicht kompatibel zur Freisprecheinrichtung vom Kollegen, Schatzi-Mausi oder Mietwagen.
- Die Freisprecheinrichtung tut nicht (Bluetooth soll ja manchmal auch richtig aufregend sein). Deshalb braucht man bei einem neuen Auto einen Mietwagen (s.o.).
- Das Blättern von Nummern im Handy halte ich ebenfalls für ziemlich aufregend.
- Der Spitzenreiter aus meiner Sicht ist das Telefonieren mit einem Anrufbeantworter, der von dem Fahrer verlangt, Nummern einzugeben.
Auf jeden Fall löst das Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung bei einer Gruppe entspannende Gefühle aus: es sind die Controller der Firmen, die Freisprecheinrichtungen bauen.
Nun aber zurück zum Rauchen im Auto. Falls nun wirklich das Verbot kommt, eine Zigarette im Auto in der Hand zu halten, ist dringend eine Lösung für die rauchenden Mitbürger zu entwickeln. Das in diesem Zusammenhang geäußerte Ansinnen, im Auto einfach nicht zu rauchen, wurde offensichtlich durch eine Gruppe von Nichtrauchern formuliert. Da nun Freisprecheinrichtungen erlaubt sind, ist schnellstmöglich eine Freiraucheinrichtung zu konstruieren, die folgenden Kriterien standhalten muss:
- Die Hände bleiben beim Rauchen frei. Das Kramen nach Zigaretten und Anzünder bei gleichzeitigem Wechsel des Radioprogramms muss durch eine Freiraucheinrichtung natürlich nicht abgefangen werden. Schließlich müßte eine Freiraucheinrichtung auch nicht mehr leisten als eine Freisprecheinrichtung.
- Verschiedene Optionen wie Inhalieren / Paffen bzw. Geschmackssorten müssen einstellbar sein.
- Das Saugen an der Zigarette ist ein wesentliches Genusskriterium beim Rauchen und muss durch die Freiraucheinrichtung mit abgedeckt werden.
- Mitfahrende Personen konnten bisher ohne eigene Kosten mitrauchen. Es ist zu prüfen, inwieweit die Beifahrer nun selber rauchen müssen oder ob diese Anforderung von der Freiraucheinrichtung mit abgefangen werden kann.
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